Zeitraum: 1959 bis 1969
Das Gründungsprotokoll vom 28.Mai 1959:“SV Ascha neu gegründet. Am Samstag fand in Ascha die Gründungsversammlung des wiedererstandenen SV Ascha statt. Daß der Verein wieder ins Leben gerufen wurde, ist das Verdienst des einstimmig von der Versammlung zum 1. Vorstand gewählten Hauptlehrers Josef Bohmann. Die Versammlung war mit annähernd 35 Aktiven und einigen Passiven sehr gut besucht. Erfreulich war für den als Vertreter des BFV anwesenden Gruppenspielleiters Karl Schmidhuber, Straubing, die Tatsache, daß der Verein den Spielbetrieb auch mit einer Jugendmannschaft sofort aufnehmen will. Da außerdem die Platzfrage gelöst ist, und der anwesende Bürgermeister dem Verein von Seiten der Gemeinde volle Unterstützung zugesichert hat, steht dem weiteren Gedeihen des Vereins nichts mehr im Wege. Die Vorstandschaft setzt sich zusammen: 1.Vorstand Hauptlehrer Josef Bohmann, 2.Vorstand Walter Hagn, Kassier Walter Gospodarek, Schriftführer Ludwig Daschner, Jugendleiter Rudolf Ring“.

Als Sportplatz bot sich eine kleine unebene Wiese südlich des ehemaligen Gasthofes Wacker an, die im Besitze der Pfarrei Ascha war. Der damalige Pfarrer Johann Kollmer stellte das Grundstück für ein geringes Entgelt dem Verein zur Verfügung und war auch noch damit einverstanden, daß der Verein im Juni 1959 das Grundstück planieren durfte. Eine amerikanische Pioniereinheit aus Mitterharthausen konnte dazu gewonnen werden, ihre schweren Maschinen und Fahrzeuge einzusetzen. So wurde an zwei Tagen (Samstag und Sonntag) das Gelände entsprechend eingeebnet. Der Verein mußte nur die Arbeiter bezahlen, die Maschinen stellten die Amerikaner unentgeltlich zur Verfügung. Eine große Anzahl freiwilliger Helfer erledigte die abschließenden „Feinarbeiten“ und errichteten entlang der B 20 einen Zaun. Schließlich wurden zwei Holztore aufgestellt und der Aschaer Fußballplatz war bespielbar. Er glich zwar eher einer ebenen Lehmgrube als einem Fußballfeld, aber die bescheidenen Fußballer waren damit sehr zufrieden.

Zum ersten Freundschaftsspiel in Mitterfels hatte die Mannschaft noch nicht mal eine einheitliche Spielkleidung. Aber sie war mit Begeisterung dabei und kämpfte ehrgeizig. Das Training übernahm Rudolf Ring, der schon mehreren Vereinen vor der Gründung des SV Ascha als Spieler angehörte und zur Säule der Aschaer Mannschaft wurde. Auch andere Spieler, die bei Nachbarvereinen aktiv waren, kamen zu ihrem Heimatverein zurück und waren für die Mannschaft eine wesentliche Verstärkung. Trotzdem reichte die Spielerdecke vorerst nur für eine Mannschaft. Auf eine Reserve- und Jugendmannschaft mußte vorerst verzichtet werden.

Das erste Vereinslokal war die damalige Gastwirtschaft Georg Wacker. Dort wurden die Wochenversammlungen abgehalten und im Tanzsaal konnten sich die Mannschaften umkleiden. Als Waschgelegenheiten dienten ein paar Tränkeeimer neben dem Viehstall im Hof der Gastwirtschaft. Die Vereinsleitung tat sich schwer, die finanziellen Mittel für Spielkleidung, Bälle und Schiedsrichterspesen aufzubringen. Der Jahresbeitrag betrug viele Jahre hindurch nur 1 DM pro Mitglied; Jugend und Schüler waren frei.Trotzdem nahm der Verein auch wirtschaftlich einen zwar langsamen, aber stetigen Aufschwung.

Als 1964 das Gasthaus Wacker (Besitzer Gräfl. Brauhaus Moos) verkauft wurde und Hans Bruckbauer die Gastwirtschaft (Besitzer Josef Penker) pachtweise übernahm, wurden entsprechende Umkleideräume dringend notwendig. So wurde in einer Mitgliederversammlung am 25.11.1965 beschlossen, im Nebengebäude des Lagerhauses zwei Umkleideräume, einen Wasch-und Duschraum und einen Geräteraum auszubauen. Ein alter Pferdestall mit noch sehr stabilem Mauerwerk, den Josef Penker dem Verein unentgeltlich zur Verfügung stellte, wurde in Gemeinschaftsarbeit umgebaut. Die Gesamtkosten betrugen 3502,06 DM. Hierbei leisteten Vereinsmitglieder in freiwilligen Arbeitsstunden Kosten von 2179,11 DM ab. Den ersten großen sportlichen Erfolg für den noch jungen Verein errang 1965 die A-Jugend unter Leitung von Walter Gospodarek mit der Meisterschaft in der A-Jugendrunde Straubing.

Doch es tat sich bald ein anderes Problem auf. Die ungünstige Lage des Sportplatzes direkt an der alten B 20 war für die immer zahlreicher werdenden Zuschauer sehr gefährlich. Es kam immer wieder vor, daß Bälle auf der stark befahrenen Straße landeten und Schäden an Autos verursachten. So mußte mehrmals die für solche Vorfälle abgeschlossene Versicherung in Anspruch genommen werden, um die entstandenen Schäden zu bezahlen.

Die Vereinsleitung sah sich deshalb gezwungen, die Gemeinde Ascha zu ersuchen, ein geeignetes Grundstück für einen neuen Sportplatz bereitzustellen. Doch mangels geeigneter Grundstücke wurde der Antrag des Sportvereins aufgeschoben. So wurde zuerst noch ein freudiges Ereignis feierlich begangen.

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Festzug zum 10-jährigen Gründungsjubiläum

Am 28. und 29.Juni 1969 konnte der Sportverein Ascha sein zehnjähriges Gründungsjubiläum feiern.Es war ein umso erfreulicheres Ereignis, weil ausgerechnet im Jubiläumsjahr die erste Mannschaft die Meisterschaft in der C-Klasse Bogen errang und damit in die B-Klasse Straubing aufstieg. Für die dritte Meisterschaft der Vereinsgeschichte sorgte in der Saison 1969/70 wiederum die A-Jugend.

 Drei Saisonen waren nun vergangen seit der 1. A-Jugend-Meisterschaft im Jahre 1967. Die ins Seniorenlager übergewechselten ehemaligen A-Jugendspieler mussten sich erst in der 1. Mannschaft zurecht finden. Dies war gar nicht so einfach. Gleich im ersten Seniorenjahr, der Saison 1965/66, durften Ernst Dindass, Alfred Dorfner, Peter Gospodarek, Otto Plankl, Josef Reisinger und Johann Spanfellner an der Seite von den Routiniers Johann Christoph, Xaver Eyerer, Rudolf Feyrer, Peter Karl, Josef Osen, Johann Stadler, Alfons Wacker usw. manche Enttäuschung hinnehmen. Am Schluss sprang nur der drittletzte Tabellenrang mit

12 : 24 Punkten und 48 : 69 Toren heraus. Aber bereits im darauf folgenden Spieljahr 1966/67 zeigte die Formkurve nach oben, hatte sich doch die richtige Mischung in der Mannschaft ergeben. Rang 5 mit 31 : 17 Punkten und 96 : 42 Toren waren die Schlussbilanz. Eine weitere Steigerung zum Ende der Saison 1967/68 mit einem 3. Platz, 33 : 15 Punkten und 93 : 41 Toren ließ gar zarte Meisterschaftsträume für 1968/69 erblühen. Diese Saison begann aber denkbar unglücklich mit zwei Auswärtspartien bei den Nachbarrivalen SV Haibach und TSV Mitterfels. Vor allem das Spiel in Haibach, genauer gesagt auf dem „Waldplatz“ an der Staatsstraße zwischen Irschenbach/Prünstfehlburg und Haibach, blieb in Erinnerung. Obwohl unsere Mannschaft spielerisch durchaus überlegen agierte, verlor man auf dem kleinen, engen und holprigen Spielfeld durch Tore nach Standardsituationen mit 1 : 3. Nachdem man auch in Mitterfels nur 1 : 1 spielte, musste man fast von einem Fehlstart sprechen. Doch jetzt setzte bei unserer Mannschaft eine Trotzreaktion ein. Bis zum Ende der Vorrunde errang sie 8 Siege und musste nur in Hunderdorf eine überraschende 2 : 3 Niederlage hinnehmen. Diese 16 Punkte und 43 : 13 Tore weckten nun reale Meisterschaftshoffnungen. Doch auch im Rückspiel gegen den tüchtigen Neuling Haibach gelang mit einem 0 : 0 keine Revanche. Dafür schickte man den Erzrivalen aus Mitterfels mit einer 5 : 1 Packung nach Hause. Vor allem im Frühjahr 1969 war unsere Mannschaft dann nicht mehr zu bremsen. Siege gegen Niederwinkling (6 : 1), Oberalteich (9 : 1), Stallwang

(5 : 2), Pfelling (5 : 0), Hunderdorf (5 : 2), Zinzenzell (21 : 0), Degernbach (10 : 2) und Steinach (6 : 2) und nur ein 1 : 1 Unentschieden beim heimstarken SV Neukirchen führten zur Meisterschaft 1968/69, genau passend zum 10-jährigen Jubiläum des SV Ascha. Wie überlegen der Titel letztendlich errungen wurde, zeigen die Statistikdaten: 22 Spiele, 17 Siege, 3 Remis, 2 Niederlagen 37 : 7 Punkte, 129 : 32 Tore und 6 Punkte Vorsprung vor dem Vizemeister SV Haibach !

Hier die Meistermannschaft mit Anzahl der Spiele und erzielten Tore in Klammern :

Bilder-Chronik MS 1. MS 1969

1. Mannschaft Meister der C-Klasse Bogen, Saison 1968/69

Hi.li.n.re.: Trainer Rudolf Ring, Peter Gospodarek (19/44), Peter Karl (18/14), Stefan Dorfner (14),  Joachim Dindass (19/42), Rudolf Feyrer (18/4), Josef Reisinger (19/9), 1. Vorstand Josef Bohmann

Mi.li.n.re.: Johann Spanfellner (15/4), Alfred Dorfner (22/1), Michael Bauer (20)

Vo.li.n.re.: Ernst Dindass (17/2), Alfons Wacker (22/1), Johann Christoph (18)

Nicht auf dem Bild: Manfred Heitzer (13/5), Norbert Lemberger (7), Josef Aumüller (2), Werner Haimerl (1)

Die Meisterschaft wurde auch mit einem Pokalturnier anlässlich des 10-jährigenVereinsjubiläums gefeiert. Das untenstehende Bild zeigt einen Treffer der Hausherren im Spiel gegen die SpVgg 62 Straubing.

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Übrigens, am Ende der 1. B-Klassensaison belegte unsere Mannschaft einen guten 6. Platz mit 26 : 26 Punkten und 72 : 72 Toren !!!